Wanderer*innen-Haus

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Wir schenken ein Haus,
all den Suchenden
auf ihren vielfältigen Wegen
zu einer schöneren Welt.

Komm, wenn du einen Ort brauchst,
wo du einfach sein darfst,
mit all dem, was ist.

Hier findest du Herberge,
Ruhe, Erholung, Landkarten, Reiseführer,und magische Ausrüstung,
für deine nächsten Ausflüge,
in die unbekannte Lande.

Dort wo wir suchen,
die verlorengegangenen Mosaiksteine
einer lebenswerten Zukunft.

Das Wanderer*innen-Haus entsteht

Schon länger gibt es im Netzwerk der Wanderuni die Vision und die Sehnsucht, dass es ein offenes Haus für all die Menschen gibt, die innerhalb oder außerhalb der klassischen Institutionen ihren eigenen Fragen folgen. Wir glauben, dass das diese Fragen zugleich die brennenden Fragen der Zeit sind und dass es Basis- und Vernetzungsräume für solche Suchenden braucht. Orte, um sich zu erholen, um loszulassen oder um sich den eigenen Fragen zu stellen.

Räume, um sich wieder aufzutanken mit der Kultur und Seinsweise, die mensch vielleicht bei Project Peace, Wanderuni, Wandelreise, Peacelap, Lebe deine Utopie, DSdJ, Lernkulturzeit, Reiseuni, EDE, Kreidestaub, YIP, Allmendeausbildung oder irgendwo anders kennen gelernt hat, die aber alleine oft schnell wieder verloren geht. Oder eine solche Kutur überhaupt erst kennen zu lernen. Um neue Impulse zu bekommen und danach wieder gestärkt, nach kürzerer oder längerer Rast weiter ziehen zu können.

Als wir auf dem Weltenwanderertreffen im Sommer 2020 eine Visionsrunde dazu machten, wie sich das Netzwerk an selbstbestimmten Lernwegen in den nächsten Jahren entwickeln könnte, wurde die Vision eines solchen Hauses wieder einmal sehr lebendig. Nur wenige Stunden später erfuhren wir, dass die Villa Damai, in der das Weltenwanderertreffen stattfand, überraschend für ein Jahr und länger frei sein würde. So kommt es, dass die Villa Damai vorübergehend zu einem Wanderer*innen-Haus wurde.

Dieses Wanderer*innen-Haus ist nicht nur für Menschen der Wanderuni oder von project peace, sondern wir wollen es dem größeren Netz von Menschen schenken, die ihr Leben der Suche nach einer schöneren Welt widmen. Den ersten Winter über haben wir hier nun schon eine wunderbare Zeit gehabt, in der sich einige unserer Visionsbilder verwirklicht haben und wir freuen uns auf all die Momente und Menschen, die die nächsten Jahreszeiten zu uns bringt. Ein Kreis hütender Menschen wird die meiste Zeit im Haus sein und auch ein paar der grundsätzlichen Aufgaben, die ein Wander*innenhaus braucht, übernehmen.

Derzeit bieten mehrere Zimmer mit mal mehr und mal weniger freien Betten, Seminarraum, Küche, Vorraum, Kuschelhöhle und ein frisch gebautes Wohnzimmer Raum für Menschen und Fragen. Das Hiersein ist für jedermensch ein Geschenk, auch wenn wir uns natürlich freuen, wenn mit Leichtigkeit etwas zurück geschenkt werden kann. Auch ist es uns wichtig klar auszusprechen, dass wir uns nicht als Raumhalter, sondern selber eher als (längerfristige) Gäste und Dienende des Hauses verstehen und das Wanderer*innen-Haus ein sehr selbstbestimmter, ko-kreativer Ort ist, an dem vor allem das geschieht, was die Menschen vor Ort einbringen.

Visionsbilder

Das Wanderer*innen-Haus ist ein Ort, an den du jederzeit einfach kommen kannst und weißt: Hier kann ich einfach sein, hier finde ich Gleichgesinnte, hier haben meine Fragen Raum, hier kann ich meine Erlebnisse reflektieren, hier kann ich von meinen neusten Erkenntnissen erzählen, hier finde ich Hinweise, wie es weiter gehen könnte, hier ist Platz, um kleinere Treffen zu organisieren und Projekte zu planen, hier kann ich auftanken. Ob schon lange unterwegs oder frisch auf der Suche; alle sind willkommen. Es ist ein Ort zum Andocken für Menschen, deren innere und äußere Wege bewegt sind.

Mal leben hier 5, mal 35 Menschen in einer warmen, friedlich forschend und unterstützenden Atmosphäre zusammen. In der Bibliothek stehen inspirierende Bücher über die aktuellen Wandelthemen. An einer Wand hängt eine riesige Karte mit den vielen, spannenden Projekten in Deutschland, die an einer enkeltauglichen Welt arbeiten.

Und dann gibt es auch das Buch der Suchenden: Jede Person, die das erste Mal in das Haus kommt schreibt dort hinein, wo und wie sie gerade an einer schöneren Welt forscht, was sie wirklich beschäftigt, wo und wie sie Welt gestaltet und was ihre Fragen sind. Manche Besucher verbringen Stunden damit durch dieses Buch zu blättern, inspiriert zu werden und Gleichgesinnte zu finden. Morgens können Sharings entstehen und Abends können Menschen Einblicke in ihre aktuellen Erkenntnisse und ihre Suche geben. Tagsüber entsteht, was in diesem kreativen Feld entstehen will.

Es soll ein möglichst selbstbestimmter Ort sein. Wir verstehen uns vor allem als Bereiter des Ortes, die das Haus und die Willkommens-Kultur dort vorbereiten und dann die Türen des Hauses öffnen. Gemeinsam wollen wir erlauschen was junge, sehnsuchende Menschen brauchen, um in ihre Kraft zu kommen, Forscherwürde zu erfahren und ihren Platz auf dem Weg zu einer enkeltauglichen Welt zu finden.

Der Ort

Wir haben die Möglichkeit ein wunderschönes Haus zu beleben um einen Prototyp dieser Vision zu testen: Die Villa Damai von Project Peace. Normalerweise findet hier ein Jahresprogramm für junge Menschen statt, in denen sich diese ein Jahr lang genau all diesen Fragen rund um eine zukunftsfähige, lebensdienliche Welt widmen. Aber weil Project Peace sich Zeit nehmen will, um dieses Jahresprogramm weiter zu entwickeln, ist die Villa bis auf weiteres frei.

Hier gibt es schon: Ein wunderbares, eingerichtetes Haus, Schlafplatzmöglichkeiten für 8-12 Gäste, eine gemütliche Wohnküche, einen Seminarraum, eine Bibliothek, einen Garten, einen schönen Wald, Geheimeingänge, eine Kuschelhöhle, Brücken, Kooperationen mit Foodsharing,… Dazu das Ökodorf Sulzbrunn mit inspirierenden Menschen, Werkstätten und weiteren Möglichkeiten drumherum.

Sulzbrunn liegt im Allgäu auf knapp 900 Meter Höhe in der Nähe von Kempten. Der nächste Bahnhof ist Sulzberg-Ried und eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Auch per Anhalter ist die Villa über die A7 und den Parkplatz Rotachsee sehr gut zu erreichen.

Vorbeikommen in Zeiten von Corona

Natürlich hat die Corona-Situation auch uns einige Einschränkungen gemacht und einige unserer ursprünglichen Bilder werden sich so nicht umsetzen lassen. Es sind dieses Jahr vielleicht nicht die besten Zeiten für eine solche Idee. Nach intensiver Auseinandersetzung haben wir uns dafür entschlossen, die Idee des Wanderer*innen-Haus grundsätzlich trotzdem umzusetzen. Wir finden es wichtig, dass es in einer solchen Zeit, in der viele Suchende, die vielleicht auch sonst keinen festen Ort haben und die jetzt oft vor geschlossenen Türen stehen, noch Orte finden, wo sie sein können.

Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir jedoch alle Interessierten uns vor einem Besuch in der Villa per Mail zu kontaktieren, sodass wir gemeinsam prüfen können, ob und unter welchen Bedingungen die Kapazitäten des Hauses und die aktuellen Maßnahmen ein Kommen zulassen. Das ist zwar nicht, wie wir es uns ursprünglich vorgestellt haben, aber mit den derzeitigen rechtlichen Bestimmungen leider die einzige Möglichkeit, wie wir uns wohl fühlen.

Wenn Du oder Ihr nun vorbeikommen wollt, schreibt bitte vorab eine Mail an die folgende E-Mail-Ad­res­se, von welcher aus wir Dir und Euch sehr gerne antworten werden!

E-Mail-Ad­res­se Wanderer*innen-Haus

Unsere Unterstützungskapazitäten

Außerdem wollen wir deutlich kommunizieren, dass das Wanderer*innen-Haus kein guter Ort für Menschen ist, die gerade intensive (therapeutische) Unterstützung und Begleitung brauchen. So sehr wir wissen, dass es solche Orte braucht und dass viele Kliniken oftmals nicht die passenden Orte sind, die jungen Menschen in solchen Lebenslagen bräuchten, können wir und kann die Villa eine solche intensive Begleitung nicht leisten.

Der Tages-Rhythmus, die Kultur und die Unterstützung wird im Wanderer*innen-Haus nicht von außen bereitgestellt, sondern entsteht durch die Menschen, die da sind. Die Freiheit dieses Ortes hier kann für viele Menschen heilend wirken. Sie kann aber auch destabilisieren, vor allem bei Menschen, die gerade sowieso schon stark destabilisiert sind. Schau darum bitte selber, ob es für dich dran ist, an einem Ort mit sehr viel Freiheit und Eigenverantwortung zu sein.

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Das Wanderer*innen-Haus freut sich auf Dich und Euch!

Willkommen Sehnsuchende.
Tausend einsame Tage
bist du gewandert.
Und keiner der Orte
konnte dir ein Zuhause werden.
Weil diese Welt selbst,
dir keine Heimat ist.
Hier darfst du ruhen.
Auf deiner Reise der Wünsche.
Sei langsam,
damit etwas von dem,
was deine Sehnsucht rief, dich finden kann.
Bereite ein Nest
für den flüchtigen Funken,
der das verlebendigende Feuer entfacht.
Sei wach in deinen Träumen.
Damit du hörst,
wenn dein Herz applaudiert,
für das, was du bald tun wirst.