Wanderenhaus zum Adler

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Wir schenken ein Haus,
all den Suchenden
auf ihren vielfältigen Wegen
zu einer schöneren Welt.

Komm, wenn du einen Ort brauchst,
wo du einfach sein darfst,
mit all dem, was ist.

Hier findest du Herberge,
Ruhe, Erholung, Landkarten, Reiseführer,und magische Ausrüstung,
für deine nächsten Ausflüge,
in die unbekannte Lande.

Dort wo wir suchen,
die verlorengegangenen Mosaiksteine
einer lebenswerten Zukunft.

Zwei Jahre gab es ein Wanderenhaus als Zwischennutzung in der Villa Damai im Allgäu. Jetzt wächst ein neues, langfristiges Wanderenhaus im „Adler“ in der Nähe der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.


Das Wanderenhaus im Adler wird ein Ort

an dem du willkommen bist, genau so wie du bist. Du darfst hier einfach sein. Mit deinen Sehnsüchten, deinen Fragen, deiner Geschichte. 

der Suche. Hier hat dein Suchen Platz. Woran forschst du gerade? Was möchtest du wirklich lernen? Wo ist eigentlich dein Platz in der Welt? Wenn du magst, kannst du hier Unterstützung für deinen Lern- und Lebensweg finden. 

…der Suche nach einer schöneren Welt. Wie geht das, lebenserhaltend und wirklich stimmig zu leben? Wir wollen es ausprobieren. In der Weise, wie wir hier Gemeinschaft leben. In dem, was wir konsumieren und essen. Wie wir aufs Klo gehen und was wir an Ressourcen verbrauchen. Im Arbeiten und im Feiern. Wie können wir Antwort geben aufs Weltgeschehen? Wie Ver-Antwort-ung übernehmen? 

…zum niedrigschwelligen Ausprobieren. Menschen probieren sich aus im Werkeln und Gestalten, Verantwortung übernehmen und Räume halten. Sie gehen ihren Herzensthemen nach und verwirklichen eigene Projekte.

…zum Vernetzen, Kennenlernen, Inspirieren. Das Wanderenhaus kann ein Einstiegstor sein in eine Welt der alternativen Bildungs- und Lebensmöglichkeiten. Hier wohnt so Einiges an kollektiver Erfahrung und Wissen. Außerdem treffen hier verschiedene Menschen mit ihren Sehnsüchten, Träumen und Ideen zusammen. Hören einander zu, tauschen sich aus, erträumen neue Dinge… 

…an dem Weltschmerz gewürdigt wird. Was ist das eigentlich für eine Welt in der wir leben? Was geht da gerade ab? Vielleicht kann das Wanderenhaus eine Nebellichtung sein in der Absurdität dieser Welt um uns her. 

…mit Gemeinschaftsbildungs-Crashkurs. Unser gemeinsames, selbstorganisiertes Sein schult und sensibilisiert ziemlich effektiv in fast allem was mit gemeinschaftlichem Leben zu tun hat. Von der Abwaschkoordiation bis hin zur Klärung zwischenmenschlicher Spannungen ist hier ein großes Lernfeld.

…mit warmer zwischenmenschlicher Atmosphäre. Zumindest bemühen wir uns darum.

…der freigelassenen SpielKunst. Hier wird immer wieder ausgelassen gesungen und getanzt, gerauft und gedichtet. Gerade so wie es aus unseren Körpern und Herzen heraussprudeln mag. 

…der Teil ist von einem größeren Netzwerk ist. Wir verstehen uns als Standort einer großen, dezentralen Bildungslandschaft für selbstbestimmte Lernwege und einer sozial-ökologische Transformation hin zu einer schöneren Welt.

…der dir geschenkt wird. Für dein Sein hier musst du keinen festgelegten Ausgleich zahlen oder erarbeiten. Dein Hier-sein ist ein Geschenk. Gleichzeitig lebt der Ort auch davon, beschenkt zu werden. Und Beschenken kann mensch das Wanderenhaus auf ganz unterschiedliche Weisen. So wird z.B. alles was es braucht, um diesen Ort am Laufen zu halten, von den Menschen hier geschenkt. Falls in dir der Impuls aufkommt, uns finanziell zu beschenken, dann melde dich einfach bei uns.

… der sich noch im Aufbau befindet. Wir sind erst seit kurzer Zeit hier und sowohl äußere als auch innere Strukturen wachsen erst heran. Derzeit ist der Ort hier größtenteils noch eine Baustelle. Wir versuchen auch in diesem Aufbauprozess schon jene Qualitäten, nach denen es uns sehnt, zu leben und sie nicht auf die Zukunft zu verlagern. Manchmal gelingt uns das und manchmal nicht. Wichtig zu wissen ist, dass derzeit vieles noch sehr improvisiert ist. Außerdem haben wir derzeit noch so wenig beheizbaren Wohnraum, dass wir diesen Winter leider kein offenes Haus zur Verfügung stellen können. Ab November wohnt bis zum Frühjahr darum erstmal eine feste Wintergruppe im Adler, die sich weiter um die Renovierung kümmert.

Hier findest du uns:
Weidelbach 14, 91550 Dinkelsbühl

Sei herzlich Willkommen!
Im September und Oktober ist Bauzeit. Wir wünschen uns, dass der Fokus von den Menschen, die in dieser Zeit da sind, auf dem gemeinsamen Bauen liegt. Wenn du in dieser Bauzeit dabei sein willst, melde dich gerne bei uns, dann bekommst du mehr Infos, darüber, was wir machen und wann ein Einstieg möglich ist.

Schreibe dafür eine Mail an: adlerättwanderunipunktde

Und hier kannst du dich in den Mailverteiler des Wanderenhauses eintragen:


Zum Ort:

Der „Adler“ liegt in dem kleinen Dorf Weidelbach, unweit entfernt der Gemeinschaft Schloss Tempelhof. Eingebettet ins nachbarschaftliche Dorfleben und fernes Autobahnrauschen steht hier das ehemalige Gasthaus, dass wir Stück für Stück neu beleben. Das Haus ist 300 Jahre alt und sehr groß. Drum herum haben wir verschiedene Hof- und Gartenflächen, zwei Werkstätten, eine Scheune, ein Wäldchen und Zugang zum kleinen Dorfsee. Aktuell ist hier noch viel Baustelle mit einigen schönen Nieschen darin. Schlafmöglichkeiten gibt es drinnen in Mehrbettzimmern oder Draußen in Garten und Wald. 

Das Gelände ruft danach schöner zu werden und lädt verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten ein. 


Was das Wanderenhaus nicht leisten kann:

Kein Therapieort
Das Wanderenhaus ist kein guter Ort für Menschen, die gerade intensive (therapeutische) Unterstützung und Begleitung brauchen. So sehr wir wissen, dass es solche Orte braucht und dass viele Kliniken oftmals nicht die passenden Orte sind, die jungen Menschen in solchen Lebenslagen bräuchten, können wir und kann das Wanderenhaus eine solche intensive Begleitung nicht leisten.

Der Tages-Rhythmus, die Kultur und die Unterstützung wird im Wanderenhaus nicht von außen bereitgestellt, sondern entsteht durch die Menschen, die da sind. Die Freiheit dieses Ortes hier kann für viele Menschen heilend wirken. Sie kann aber auch destabilisieren, vor allem bei Menschen, die gerade sowieso schon stark destabilisiert sind.

Schau darum bitte selber, ob es für dich dran ist, an einem Ort mit sehr viel Freiheit und Eigenverantwortung zu sein.

Drogenfrei
Um für die Menschen vor Ort einen sicheren Rahmen zu schaffen, ist es uns außerdem wichtig, dass das Wanderenhaus ein „drogenfreier“ Ort ist. Wir sind uns bewusst, das dies ein ungenauer Begriff ist, der vernachlässigt, wie viele tägliche Substanzen (z.b: Zucker, Kaffee, Kakao etc.) bewusstseinsverändernde Auswirkungen haben, dass die Grenze zwischen legalen und illegalen Drogen teilweise willkürlich, kolonial und eurozentristisch gezogen wurde und dass manche Pflanzen oder Substanzen tatsächlich auch als Heilmittel und positive bewusstseinserweiternde Möglichkeiten genutzt werden können.
Uns geht es hier um einen sicheren Rahmen, in dem wir uns wünschen, das auf Alkohol, Cannabis und andere stark bewusstseinsbeeinflussende „Drogen“ verzichtet wird.



Weitere Dimensionen und Zukunftsvisionen des Ortes:

Kulturoase

Mit diesem ehemaligen Gasthaus beleben wir jetzt einen Ort, der viele Jahre lang sozialer Treffpunkt für Dorf und Umgebung war. Hier saßen die Menschen gesellig zusammen, haben gefeiert, gekegelt und Dorfversammlungen abgehalten. Wir wünschen uns, ein paar dieser Qualitäten hier wieder aufleben zu lassen in Form von Kulturveranstaltungen, regelmäßigen Cafés und offenen Essenseinladungen. 

Wir träumen von Konzerten, offenen Bühnen, Sonntagsbruch, Kleidertausch-Partys und vielem mehr. Und zunächst wollen wir im hier Ankommen lauschen und verstehen, wie wir Dorf und Region bereichern können. Was es alles schon gibt und wo wir einen Beitrag schenken können. Was hier schon lebt und wo wir beleben können. 

Basis der Wanderuni

Das Wanderenhaus ist aus der Wanderuni gewachsen und ist darum auch immer wieder Basis und Seminarort für Veranstaltungen und Treffen der Wanderuni. 

Standort der freien Handwerks-Ausbildung

Da hier am Adler noch viele Jahre lang renoviert, saniert, gebaut, gewerkelt und verschönert werden wird und hier außerdem verschiedene Werkstätten und Ateliers entstehen möchten, bietet sich der Ort als ein Stützpunkt einer freien, selbstorganisierten Handwerksausbildung an.
Unser Erfahrung nach gibt es viel Bedarf danach, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, bei denen es der Fokus erstens viel stärker auf ökologischen und nachhaltigen Bauweisen liegt, zweitens eine flexiblere und selbstbestimmtere Struktur ermöglicht und drittens in eine wärmere, achtsamere und auch Flinta-freundlichere Kultur eingebettet ist, als all dies in den meisten herkömmlichen Betrieben der Fall ist.
Dieses Bedürfnis wollen wir unterstützen. Darum wird es hier immer wieder verschiedene Bau- und Handwerksmodule geben, an denen Menschen mir viel oder wenig Handwerkserfahrung teilnehmen und lernen können. Zwischen den Modulen gibt es vielfältige Möglichkeiten für eigene kleinere oder auch größere Bau- und Handwerksprojekte. So gibt es vor Ort z.B. das Wissen und die Möglichkeit Tiny Häuser zu fertigen. Aber auch von Bäumhäuser, Jurten, Erdhügelhäuser und Planwägen wurde schon geträumt. Durch die Verbindung zum Tempelhof gibt es außerdem viel handwerkliches Wissen und eine Reihe weiterer Lernfelder wie z.b. Jugend baut, MoWo, die junge Wiese oder das Tamie-Projekt in der Nähe.

Wie genau eine längerfristige freie Handwerksausbildung dann gänzlich organisiert und strukturiert sein könnte, dass wissen wir auch noch nicht. Wir unterstützen aber gerne alle Ansätze, Anfänge und Ausflüge in diese Richtung und bieten auch langfristig gerne den Raum, dass so etwas hier wachsen kann.

Die nächsten Baumodule sind vom 4.- 22. September und vom 9.-27. Oktober 2023, in denen wir das Untergeschoss des Seehauses sanieren wollen. Dazu gehört Entkernung, Einbau einer speziellen Wandheizung, Lehmputz, Wände neu mauern, Fussböden verlegen und einiges mehr. Der Wunsch ist, das Menschen, wenn möglich, für die ganzen drei Wochen dabei sind. Wenn du Interesse hast, dann melde dich, dann bekommst du mehr Informationen.


Akademie und Projektspace

Jenseits der Workshops und Forschungsräume, die natürlicherweise in die Wochenstruktur eingebettet sind, finden im Wanderenhaus auch regelmäßig längere Seminare statt, um einführende oder vertiefende Lernräume zu relevanten oder aktuellen Themen zu eröffnen. Dazu gehören Workshops zu Gewaltfreier Kommunikation, Gestaltarbeit, Radikale Ehrlichkeit, Tiefenökologie und Körperarbeit sowie antirassistische Trainings, Forschungzeiten für selbstbestimmte Lern- und Lebenswege, Begegnungszeiten für Sehnsuchende und ihre Eltern, uvm.
Wir wollen damit eine finanziell niedrigschwellige Lernmöglichkeit schaffen von erfahrenen Referent*innen zu lernen sowie Menschen die Gelegenheit bieten, eigene Veranstaltungen und Seminare zu leiten und sich in der Lehrendenposition auszuprobieren.
Bisher sind unsere Räumlichkeiten dafür noch begrenzt, aber mittelfristig wollen wir einen Seminar- und Projektspace gestalten, in dem solche Veranstaltungen unabhängig vom Wanderenhausalltag stattfinden können. Dort soll dann auch Raum sein für Initiativen oder Gruppen, die Forschungszeiten zu bestimmten Themen machen, eine Projektidee voranbringen wollen, eine Aktion planen oder anderweitig solch einen Projectspace gebrauchen können.

Wirk- und Werderaum für Mentorenen und Älteste 

Bei Menschen, die selbstbestimmt ihre Wege gehen und nach Transformation und Heilung im innen und außen suchen, gibt es viel Sehnsucht und Bedarf nach Begleitung und Kontakt zu älteren und erfahreneren Menschen. Solche „Älteste“, wie sie hier manchmal genannt werden, die Erfahrung in der Begleitung von Lebens- und Seelenfragen haben, zuhören können und nicht nur selber „Rededrang“ haben, sind aber bisher oft Mangelware. Wahrscheinlich weil die bisherige Kultur selber wenig Gelegenheit und geeignete Lernfelder bietet, um in diese Aufgabe hineinzuwachsen.

Darum wollen wir das Lernfeld hier nutzen und bewusst Mentoren, Älteste und solche, die es werden wollen, hierher einladen, um in Kontakt mit jüngeren Suchenden zu sein, ihre Lebenserfahrung zur Verfügung zu stellen und gemeinsam daran zu forschen, wie sich die verschiedenen Generationen befruchten können. Dafür soll es längerfristig ein oder mehrere Ältesten-Zimmer geben, in denen hier für eine zeitlang mitgelebt werden kann. Vielleicht entstehen auch weitere Austausch-, Übungs- und Erfahrungsräume für Ältesten- und Mentorsein.

Erholungs- und Retreatort für Aktivisti

Um der schöneren Welt und einer lebensdienlichen Kultur, nach der wir uns sehnen, näher zu kommen, braucht es ganz viele verschiedene Ansätze und Wirkebenen. Im Sinne von Joanna Macy, die z.b. zwischen Bewusstseinsarbeit, struktureller Arbeit und konkreten Aktionen zum Schutz des Lebens unterscheidet, glauben auch wir, dass all diese verschiedenen Ansätze wichtig sind. Wir sind uns bewusst, dass wir mit dem Wanderenhaus eher auf der strukturellen und der Bewusstseinsebene ansetzen, fühlen uns aber zutiefst verbunden und verbündet mit all den vielen Menschen auf der ganzen Welt, die sich mit ihrer ganzen Kraft, ihrer Kreativität und oft auch ihrem physischen Körper auf friedliche Weise dafür einsetzen Lebensräume der Erde zu schützen, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und sich patriarchalen und lebensfeindlichen Strukturen in den Weg zu stellen.

Im Wissen um die Anstrengung einer  solchen Lebensweise und als Ausdruck der Verbündung, laden wir explizit auch Aktivisti ein, sich hier zu erholen und aufzutanken. Im Rahmen der aktuell noch beschränkten Möglichkeiten versuchen wir gerne Rückzugs- und Erholungsräume zur Verfügung zu stellen. Auch gibt es vor Ort und am Tempelhof die Möglichkeit für akute therapeutische Begleitung.

Intensiv-Fortbildungsmodul in Projektmagie, Moderationskunst und Lernkulturgestaltung

Das Wanderenhaus wird jeweils von einer kleinen Gruppe an Menschen gehütet, die für einen gewissen Zeitraum (3 oder 6 Monate) als Team die Gesamtverantwortung für das Projekt übernehmen. Dies bietet eine unglaublich intensive Möglichkeit, sich in der Leitung und Gestaltung eines Projekts, in der Zusammenarbeit in einem Team, in intensiven Gemeinschatfsleben, im Begleiten von Gruppenprozessen, in Moderationskünsten, in der Pflege einer Willkommens- und Wesentlichkeitskultur und vielen weiteren verschiedenen Lern- und Wirkfeldern, zu erfahren. Diese Hüteteams werden in Zukunft die Erfahrung der bisherigen Teams zur Verfügung gestellt bekommen. Außerdem werden sie während ihrer Hütezeit von verschiedenen Meisteren in all diesen Bereichen geschult und auf ihrem Lernweg begleitet. Auch werden die Lebenshaltungskosten in  dieser Zeit finanziert. Die Verantwortung für einen Hütezeitraum zu übernehmen, ist also in Zukunft sowohl ein Geschenk an das Haus, als auch eine intensive Gemeinschafts-, Erfahrungs-, und Ausbildungszeit für einen selbst. Das erste Hütezeitmodul beginnt wahrscheinlich im Frühjahr oder Herbst 2024.

Weitere Zukunftsbilder findest du hier.

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Willkommen Sehnsuchende.
Tausend einsame Tage
bist du gewandert.
Und keiner der Orte
konnte dir ein Zuhause werden.

Weil diese Welt selbst,
dir keine Heimat ist.
Hier darfst du ruhen.
Auf deiner Reise der Wünsche.

Sei langsam,
damit etwas von dem,
was deine Sehnsucht rief, dich finden kann.
Bereite ein Nest
für den flüchtigen Funken,
der das verlebendigende Feuer entfacht.

Sei wach in deinen Träumen.
Damit du hörst,
wenn dein Herz applaudiert,
für das, was du bald tun wirst.