Die Wanderuni

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Die Wanderuni geht neue Bildungswege. Sie verbindet das Erkenntnisstreben einer Uni mit der Lebensweise des Nomadentums. Auf der Suche nach Gestaltungsmöglichkeiten hin zu einer lebenswerten und enkeltauglichen Gesellschaft, eröffnet sie Räume der selbstbestimmten Bildung für ein selbstbestimmtes Leben.

Die Teilnehmer gehen für ein halbes Jahr auf Wanderschaft und folgen ihren Fragen auf der Suche nach inneren und äußeren, individuellen und gesellschaftlichen, fachlichen und sozialen Antworten.
An den unterschiedlichsten Orten schlagen sie ihr Lager auf, lernen das Spektrum der verschiedenen Lebensweisen und die Vielfalt der Lösungsansätze kennen. Sie folgen ihrem Interesse, suchen sich individuelle und gemeinschaftliche Themen und wecken ihre Neugier und Staunfreude. Das nomadische Leben löst alte Formen und Muster auf, lässt Unwesentliches zurück und schafft eine Lebensweise des Aufbruchs in Schlichtheit, Langsamkeit und Stille. Inneres und Äußeres werden eins. Die Wandernden übergeben ihre Suche den Füßen. Sie schaffen und gestalten ihre eigene Kultur und bilden eine Gemeinschaft, die zum Übungs- und Experimentierfeld für persönliche und zwischenmenschliche Entwicklung wird. So wird es möglich, dass das Vertrauen und die Geborgenheit in der Gruppe, dem Einzelnen den Raum gibt, authentisch zu sein und zu seinen wirklichen Fragen zu finden.

Wie sieht ein „StudienGang“ konkret aus?

Im Winterhalbjahr findet sich, plant, organisiert und gestaltet die Gruppe der Teilnehmer ihre eigenen StudienGänge. Sie legen individuelle und gemeinsame Lernthemen fest, suchen sich Referenten, organisieren Workshops, finden Orte, die sie besuchen wollen, legen den Zeitrahmen fest, bilden eine oder mehrere Gruppen und geben sich passende Strukturen für ihr gemeinsames Unterwegssein. Dabei werden sie von den ehemaligen Studenten der Wanderuni begleitet und unterstützt, die ihnen ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk anbieten. Die Planung fand bisher an 3-4 Wochenenden zwischen Oktober und März statt.
Wanderuni ÜbersichtIm Frühsommer, meist Anfang April, starten dann die StudienGänge, die normalerweise knappe sechs Monate gehen und somit Ende September enden. Meist gibt es einzelne Teilnehmer oder Gruppen, die auch kürzer, z.B. nur drei Monate teilnehmen. In dieser Zeit beschäftigt sich die Gruppe auf ihrem Weg mit ihren selbstgewählten Inhalten. Dies kann in Form von täglichen Lernzeiten stattfinden, aber auch durch Workshops, mitwandernde Referenten oder den Besuch von Orten, an denen die Gruppe auch mal ein bis zwei Wochen bleiben kann.
Bisherige Inhalte und Themen waren z.B. „Permakultur“, „Tanz und Bewegung“, „Orte der Veränderung“, „Ess- und Heilpflanzen“, „Gewaltfreie Kommunikation“ oder auch „Was interessiert mich eigentlich?“ , aber auch die Vorbereitung auf die externe Abiturprüfung oder die Ausarbeitung einer Theateraufführung wären denkbar.

26171394394_f518189b4d_zDie bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und der Gruppe meist zu einem durchgehenden Grundthema wird, das zwar oft mehr Zeit in Anspurch nimmt, als ursprünglich eingeplant wurde, aber wohl auch die wesentlichste Qualität der Wanderuni ist. Zum Umgang damit stehen inzwischen eine Vielzahl an Erfahrungen, Ansätzen und Methoden der Ehemaligen bereit.
Die Kosten für einen StudienGang sind sehr gering. Die bisherigen StudienGänge haben ca. 150 € im Monat pro Person für Verpflegung und Referenten benötigt. Die Wanderuni an sich kostet nichts.
Nach dem StudienGang finden meist noch 1-3 Reflexionswochenenden statt. Die Begleitung der neuen StudienGänge ist freiwillig.

Idee, Entwicklung und Grenzen der Wanderuni

IMG_6615Die Wanderuni will echte Bildungsprozesse, jenseits von Abschlüssen und festgelegten Verfahren ermöglichen. Ihr geht es im Kern darum Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit in einer gleichberechtigten Gemeinschaft erfahrbar zu machen. Darum werden die StudienGänge fast ausschließlich von den Teilnehmenden gestaltet. Die Ehemaligen geben keine festen Vorgaben vor, sondern bieten ihre Erfahrungen nur an, sodass neue Gruppen auch Fehler selber ausprobieren dürfen und größtmöglichen Gestaltungsspielraum haben. Die Selbstbestimmung ist uns wichtiger als die maximale Lerneffizienz. Trotzdem hoffen wir, dass so mit der Zeit ein Erfahrungsschatz entsteht, der den neuen Gruppen hilft, passende Strukturen für ihren StudienGang zu finden.

Die StudienGänge können also ähnlich, wie die bisherigen oder auch ganz anders aussehen. Viele weitere Möglichkeiten sind denkbar. So hat z.B. die Erfahrung gezeigt, dass ein erstes Semester eigentlich nur Einführungs- und Orientierungssemester ist und es den Wunsch gibt, hier weiterführende Möglichkeiten und Wege zu schaffen. So gibt es die Idee für „tiefere“ Semester, die aufbauend auf den bereits erwanderten Erfahrungsschatz mehr Intensität und Fokus auf ein Schwerpunktthema ermöglichen. Auch die Idee eines Winterquatiers für Studenten der Wanderuni schwebt im Raum.

Für weitere Ideen und Anregungen sind wir offen!

Geschichte und Hintergrund

Das Projekt ist aus der Bildungsbewegung Funkenflug (http://funkenflug.de) hervorgegangen, in der im Jahr 2013 zunächst die Idee einer Wanderschule aufkam. 15116607371_368109b595_oDaraus entwickelte Emil die Idee einer Wanderuni und organisierte im Sommer 2014 einige Probewochen. Es bildete sich eine Gruppe, die einen ersten StudienGang für 2015 plante, organisierte und schließlich durchführte. Am Ende ihres StudienGangs entschlossen sich die Teilnehmer ihre Erfahrungen weiterzugeben und organisierten ein Treffen für Interessierte, bei dem sich eine neue Gruppe bildete. Einiges wurde vom ersten Jahrgang übernommmen und einiges ganz anders gemacht. Die Ehemaligen wurden zu Begleitern und die Wanderuni somit zu einem dauerhaften, sich weiterentwickelnden Projekt, für das Emil weiterhin in der Hauptverantwortlichkeit und koordinierenden Rolle steht.

Von der Unzulänglichkeit dieser Seite

Die Wanderuni entfaltet ihre Wirkkraft durch den unmittelbaren Kontakt zwischen den Menschen und der realen Welt dort draußen. Durch Langsamkeit, Ruhe und Beständigkeit. Die schnelle, virtuelle Welt des Internets ist nicht ihre Wirkungswelt. Meistens gibt es, sobald ein StudienGang gestartet ist, so viel zu erleben und zu tun, dass kaum ein Teilnehmer Zeit und Energie findet, hier die aktuellen Entwicklungen oder Ereignisse zu veröffentlichen, ganz zu schweigen davon, dass die eigentlichen Qualitäten eines StudienGangs nicht über eine Internetseite zu vermitteln sind. Hier findetet sich darum meist nur das Nötigste. Wenn du die Wanderuni kennenlernen willst, dann habe keine Scheu, uns dirket zu kontaktieren oder noch besser, die Wanderuni in Realität zu erleben.

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